Hallo Nicole,

die folgende Geschichte ist seltsamerweise in gewissen Kreisen (ich sag nur viele Zitzen) schon bekannt (das weiß ich aus gewissen Rückläufern wie z.B. „er sieht Vögel wo keine sind“), scheinbar wird mein Birneninhalt vorher sortiert, bevor man ihn lesen darf.
Ich hatte Dir ja mal vor langer Zeit eine Mail geschrieben, als ich erkannt hatte, dass die indirekten Gehässigkeiten meines wehrten Onkels auf mich zielen, was ich damals nicht verstand, da es eigentlich zu der Zeit keinen Grund dafür gab. Im Gegenteil, er konnte von meinen beruflichen Tätigkeiten stark profitieren.

Nun der Reihe nach: Als ich meinen Pfeil zum ersten Mal abgeschossen habe, war ich direkt davor zum Zigarette rauchen auf einer Bank vor dem Gebäude. Ein bißchen auffällig, aber ich habe mir dabei damals nichts gedacht, kam ein Rabe bis auf einen knappen Meter zu mir hergelaufen.

Als ich das Ding zum zweiten Mal abschoß (ich habe die Addresse damals bei einem rumänischen LKW-Fahrer ins CB-Funkgerät gesprochen), war vorher auch ein Rabe erst auf einer Bank vor meinem parkenden Auto und lief dann Richtung linkes Vorderrad. Auch die Situation erlebte ich damals als nichts Besonderes.

Jetzt muß man wissen, dass der Vater meines Onkels „im Krieg gefallen ist“ (da er sonst ein völliges Tabu war vermute ich eine braune Karriere) und mein Vater für ihn wohl so eine Art Ersatzvater war. Mein ältester Bruder und meine älteste Schwester waren schon auf der Welt, als dann als nächstes Zwillinge ankamen. Noch am Tag der Geburt ist aber ein Baby verstorben, weil die Hebamme, so war bisher die Gewißheit, die Heizdecke zu heiß gestellt hatte, und sie am Köpfchen tödllich verbrannt wurde. Das andere Schwesterchen wurde nur an den Füßen verbrannt, weil es andersrum in der Wiege lag.

Vor ein paar Monaten hat mir dann zufälligerweise mein Bruder die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt. Er ging morgens zur Schule, als ihm der Onkel erzählte, dass er zwei Geschwisterchen hat. Als er aus der Schule zurückkam, erzählte er ihm dann: „Du hast nur noch ein Geschwisterchen“.

Unabhängig von diesen Geschehnissen versuchte ich vor ein paar Wochen das Verhalten meines Onkels mir gegenüber zu verstehen. Ich hatte mittlerweile die Sache mit dem Stolz geknackt, und so lautete die Frage: „Wo hat der Typ seine Stolz verloren?“. Ich erkannte, dass sein Bedürfnis sein „Töpfchen“ vorzuzeigen so weit zurückreichte wie ich denken kann. Wie aus heiterem Himmel kam mir der Gedanke, dass damals nicht die Hebamme versehentlich die Heizdecke zu heiß gestellt hat, sondern dass er es absichtlich getan hat. Ich ging darauf ans Küchenfester und schaute zur Straße raus, wo mitten auf der Straße, direkt vorm Fenster ein Rabe saß. Schräg rechts dahinter, auf der anderen Straßenseite steht auch wieder ein Bank.
Die Vögel sind hier oben zwar sehr häufig, aber auf der Straße habe ich sie vorher und hinterher* nicht mehr gesehen. Dass bei den oben geschilderten Situationen auch immer einer in der Nähe war, habe ich auch erst im Nachhinein als auffällig betrachtet.

Was man noch wissen muss, um das Mysterium einzusortieren, mein Vater hatte zu Lebzeiten eine spezielle Beziehung zu den „Krabben“, wie man bei uns zuhause sagte, er war öfters besonders amüsiert über ihr seltsames Krächzen und äffte sie vor uns Kindern auch immer wieder nach.

Ich will mit der Geschichte keine Behauptung in die Welt setzen, ob da was Interpretierbares dran ist kann mit Gewissheit nur einer sagen, aber der weiß dann genau, dass auf dieser Welt noch andere Kräfte wirken als die elektrischen, magnetischen und die der Schwerkraft. Die Methode was „anzustellen“ und es dann Anderen in die Schuhe zu schieben, beherrscht er perfekt. Ich bin ja nicht so blöde, aber ich habe Jahre gebraucht um es zu entdecken. Wobei das auch typisch für die Teufelchen ist, sie können sich wirklich gut verstecken. Am liebsten verwenden sie dazu sogar die nichtsahnenden Engelchen, die aber auch keine Chance haben weil ihnen ein solches Vorgehen völlig fremd ist.

Gruß Bernd

PS: *Stimmt nicht mehr: Heute abend lief wieder ein Rabe (in 300m Entfernung) mitten auf der Straße.

PPS: Habe ich heute erst geblickt: Die Bank gehört auch zu dem Mysterium: Mein Vater hatte aus alten Backofenheizrohren von unserem Schmid im Ort Gestelle für jede Menge Bänke anfertigen lassen und diese dann so nach und nach für Hof und Garten zusammengebaut.

PPPS(19.02.2014): Zur Zeit soll ja im Land das Gewerbe der Hebammen aussterben, weil die Beträge für ihre Haftpflichtversicherungen plötzlich so exorbitant gestiegen und nicht mehr bezahlbar sind. Heut morgen hatte ich kurz die Idee, dass dies auch mit diesem Post zu tun haben könnte.

Wahrscheinlicher ist aber, dass da einfach um einen lukrativen Markt gekämpft wird. Am Beispiel der Frühgeburten hab ich irgendwo mitbekommen, das diese wohl ein sehr lukratives Geschäft für die mittlerweile voll auf Profit getrimmten Krankenhäuser sind und diese sich gegenseitig die Qualifikation zur fachgerechten Versorgung der Frühchen absprechen.
Scheinbar wird in diesem Kampf, wie heutzutage üblich, auch vor dem Leben nicht halt gemacht: In Mainz sind vor kurzem Mal drei Frühchen an kontaminierten Medikamenten gestorben. Ich tippe mal auf Sabotage.

Ein weitere Variante könnte Folgendes sein: Aus meiner Beschäftigung mit der Sicherheitstechnik weiß ich, dass in USA von jeher der Tod/eine irreversible Verletzung eines Menschen mit deutlich höheren Summen zu entschädigen war (oder ist, wie es aktuell aussieht weiß ich nicht) als in Europa (wohl auch deswegen, weil bei den eine größere Meute von Anwälten sich der Sachen annimmt). Vielleicht hat sich da mittlerweile auch bei uns etwas in die amerikanische Richtung entwickelt und deswegen auch die Versicherungssummen so gestiegen sind. Dann läge die Ursache also bei den Gerichten. Gelesen hab ich noch nirgends was Stichhaltiges. Diese Sache müsste dann aber auch die Krankenhäuser betreffen.

Als ich dieses PS geschrieben hatte, hat bei mir wieder die radioaktive Bestrahlung eingesetzt, kann man als eine Art Bestätigung werten.

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